Will man sich auf’s Verlegen verlegen, darf man um Ideen nicht verlegen sein…

Ja, ein Verlag ist vor allem auch ein wirtschaftliches Unternehmen. Aber das ist eine Rollmopsfabrik auch. Wir wollen unserem Eckhaus Verlag eine Seele geben. Wir wollen Geschichten erzählen, die mit Geschichte zu tun haben. Erinnern ist das Stichwort.

Der Eckhaus Verlag Weimar steht am Anfang seiner Editionspolitik. Die bisher erschienenen Titel kann man unter dem Begriff »Geschichte in Geschichten« subsumieren. Wolfgang Helds Memoiren, Ulrich Völkels biografische Novelle, Paul Henochs Aufzeichnungen und Stefan Wogawas Dokumentation sind zeitgeschichtlichen Themen verpflichtet. Die für die nächsten Jahre vorgesehenen Bücher setzen diese begonnene Linie fort.

Der Verlag legt großen Wert auf gut ausgestattete und sehr gut gestaltete Bücher. Wir haben den Ehrgeiz, ein angesehener deutscher Verlag zu werden.

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Neuerscheinung Ende Mai:

EV012 Umschlag Rösler flat 2000Peter García:
"Franzosenbalg. Völker sind zum Mischen da"

In Deutschland kamen zwischen 1945 und 1955 mehr als 400.000 Besatzungskinder zur Welt. Sie waren Früchte der Liebe, der wirtschaftlichen Not und des Nachkriegsmangels an deutschen Männern, nicht selten aber auch der sexuellen Gewalt. Alleine aus rassistischen Gründen lehnte die Mehrzahl der Deutschen den Umgang deutscher Frauen mit Besatzungssoldaten rigoros ab. Abgesehen davon gab es viele Besatzungskinder, die das Ergebnis von Vergewaltigungen waren.

Geliebt wurden die Abkömmlinge der Alliierten nur selten. Meist litten sie unter Ausgrenzung und Diskriminierung. Einige farbige Kinder wurden in die USA geschickt, um dort adoptiert zu werden. Weniger auffällige Kinder verschwanden in deutschen Familien, was sie nicht vor Ablehnung bewahrte. Andere wuchsen bei ihren alleinstehenden deutschen Müttern auf. Wieder andere kamen in Heime, wo es ihnen besonders schlecht erging. Nicht selten wurden sie Opfer sexuellen Missbrauchs.

Viele Besatzungskinder des Zweiten Weltkriegs erfuhren erst sehr spät, wer ihr leiblicher Vater war. Ihre Mütter hatten sie lange über ihre Herkunft im Unklaren gelassen, um familiärer oder nachbarschaftlicher Demütigung zu entgehen. Wer aber die Wahrheit erfuhr, hörte nicht auf, sich innerlich mit seinem Vater und seiner Identität zu beschäftigen. Oft bot erst das Rentenalter ausreichend Zeit, um sich intensiv mit den eigenen Wurzeln zu beschäftigen. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs widmen sich somit immer mehr Betroffene und Wissenschaftler diesem wichtigen Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

Obwohl es viel Gemeinsames gibt, hat doch jedes Besatzungskind seinen ganz individuellen Weg der Identitätsfindung beschritten. Ende Mai wird der Eckhaus Verlag ein solches Schicksal vorstellen. Das Buch von Peter García wirft nicht nur ein Licht auf die Nachkriegsverhältnisse in Deutschland, sondern auch auf Jahrzehnte fremdenfeindlichen Verhaltens. Darüber hinaus ist es ein Beitrag zur aktuellen Zuwanderer- und Flüchtlingsdebatte.

Peter García: Franzosenbalg.

Jetzt druckfrisch aus dem Eckhaus Verlag.

ISBN: 978-3-945-294-11-6
Preis: 14,80 €

 

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